In der Schönheit des gemeinsamen Gebets hebt sich der Schleier über dem Unaussprechlichen des Glaubens, und das Unsagbare bewegt zur Anbetung. Wer Augen für das Geheimnis hat, sieht darin den Widerschein der Freude des Himmels auf der Erde. Er stößt dabei auf Eingebungen, wie man zerrissene Gemeinschaft überwinden und zu Schritten der Versöhnung ansetzen kann.
Es kommt darauf an, daß die Gottesdienste in den Kirchen die anbetungswürdige Gegenwart des Auferstandenen erahnen lassen, statt Gesänge und Ausdrucksformen von gähnender Langeweile aneinanderzureihen. Das spirituelle Leben einer Kirchengemeinde läßt sich stets erneuern, wenn alle am Geheimnis teilhaben, insbesonders durch die Schönheit von Liedern und Hymnen.
(Frere Roger)
Die Gesänge von Taize sind im Laufe der Jahre vielen jungen und weniger jungen Menschen vertraut geworden. Dies ist zum Teil ihrem einfachen musikalischen Aufbau zu verdanken: sie sind eingängig und auch dann klangvoll, wenn sich nur einige wenige zum Gebet versammeln. Der wichtigste Vorzug ist jedoch wohl ihr meditativer Charakter.
Sie wurden für das Gebet geschrieben, in einer k/einen Gruppe, einer Kirchengemeinde oder auch bei Begegnungen tausender Jugendlicher, wie z.B. bei den Europäischen Treffen. Überrascht stellt man fest, daß einem die eine oder andere Melodie nicht mehr aus dem Kopf geht, daß man eine Liedzeile unbewußt vor sich hin summt -das Gebet setzt sich bis in die Stille des Herzens hinein fort.
Das Gebet führt nicht von den Sorgen und Problemen der Menschheit weg. In Taize geht es immer wieder um die Frage: Wie kann jeder im gemeinsamen Gebet zur Freude des Herzens finden und Kräne sammeln, um mit den Wunden der Menschheitsfamilie solidarisch zu bleiben?
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